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  Sushi - Nikkei - Samurai:
Was wissen wir eigentlich über Japan?

Vortrag für die 21. DGI-Online-Tagung
"Aufbruch ins Wissensmanagement"
Mittwoch, 19. Mai 1999, Messe Frankfurt

© Frank Ralf 1999

 

 

 


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Abstract

Was wissen wir über Japan?


Informationsgesellschaft Japan

Die Datenbank-Industrie in Japan


Sprachbarriere?


Japanisch auf dem PC 


Japan-Informationen im Internet


Weitere Informationsquellen zu Japan


Kontakt

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Japan Marketing

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Abstract

Japan ist eine der bedeutendsten Industrienationen der Welt, doch wenn man verläßliche Informationen über das Land haben möchte, wird es oft schwierig. Die Berichte in der Presse - selbst in Fachzeitschriften - Rundfunk und Fernsehen liefern oft nur allgemeine und oberflächliche, manchmal sogar klischeehafte Informationen. Wer Genaueres über Japan wissen möchte, muß sich selber auf die Suche machen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die vorhandenen Informationsquellen zum Thema Japan: Wo kann man sich welche Informationen über Japan besorgen? Das können allgemeine Informationen zu Land, Leuten und Kultur sein, aber in zunehmenden Maße auch spezifische Fachinformationen für Unternehmen und Wissenschaftler. Neben dem Angebot der Fachbibliotheken und Institutionen, die ihre Information in Schriftform liefern (Periodika, Jahrbücher, Newsletter, Broschüren), liegt das Augenmerk vor allem auf dem zunehmenden Angebot elektronischer Medien. Das Angebot kommerzieller Datenbanken in Japan wächst ständig, und zunehmend sind diese Datenbanken auch vom Ausland aus zugänglich. Eine hervorragende Möglichkeit für die Eigenrecherche bietet darüber hinaus das Internet. Nicht zu vernachlässigen ist beim Zugriff auf japanische Informationen das Sprachproblem: Obwohl ein Teil der Informationen auf Englisch vorliegt, ist der Großteil doch auf Japanisch. Für die Recherche ergibt sich damit das gesamte Problemfeld multilingualen Retrievals wie: Mehrsprachigkeit der Software, Thesaurus etc.

Was wissen wir über Japan?

"Die Seele Japans blieb dem Westen immer unergründlich: Frauen im Tokkaido-Zug." Dieser Satz steht unter einem Foto, das zwei traditionell geschminkte japanische Tänzerinnen in einem japanischen Schnellzug zeigt. Foto und Unterschrift illustrieren einen Artikel über Japan, der vor einiger Zeit in einer großen deutschen Zeitung erschien. Immer noch ist es das Exotische, das vielen zuerst in den Sinn kommt, wenn sie an Japan denken. Sushi, Nikkei, Samurai... die Reihe der Assoziationen ließe sich leicht fortsetzen: Geisha, Fujiyama, Tenno... Artikel in der deutschen Presse sind oft mit den üblichen klischeehaften Bildern illustriert: Geisha mit Kirschblüten vor dem Fujiyama. Und selbst der Erfahrungsbericht eines deutschen Wissenschaftlers, der immerhin zwei Jahre in Japan gearbeitet hat, wiederholt nur die bekannten - und oft schon längst überholten - Vorurteile.


Informationsgesellschaft Japan

Daß wir hier in der Regel so wenig über Japan wissen, liegt nicht an den Japaner. Japan ist als eine der wichtigsten Industrienationen der Welt auf Informationen angewiesen. Japan kann als eines der Länder angesehen werden, in denen der Informatisierungsprozeß als am weitesten fortgeschritten gelten kann.

Ein Beispiel aus dem Alltag mag verdeutlichen, wie wichtig Japanern Informationen sind: 

Die überregionalen Tageszeitungen erzielen in Japan verglichen mit Europa oder den USA überaus hohe Auflagenzahlen. über 50 dieser Zeitungen erscheinen sogar in einer Morgen- und Abendausgabe. Auch die größte überregionale Wirtschaftszeitung (Nihon Keizai Shinbun, NIKKEI) hat einen weit größeren Leserkreis als z.B. das Handelsblatt in Deutschland. Außerdem gibt es in Japan vier englischsprachige Tageszeitungen, meist Ableger der großen japanischen Zeitungen, so daß Sie sich als Ausländer in Japan recht gut auf dem laufenden halten können. Das wäre etwa so, wenn es hier in Deutschland englische Ausgaben von FAZ, Süddeutscher Zeitung und der Welt gäbe. Alle dieser Zeitungen erreichen fünfstellige Auflagenzahlen. Doch nicht nur bei den traditionellen Druckmedien ist Japan führend, auch bei den elektronischen Medien. Immerhin ist der japanische Informationsmarkt der zweitgrößte nach den USA. 

[Einen guten Überblick über Japan als Informationsgesellschaft gibt der Aufsatz von Silvia Martsch (1993)]

Die Datenbank-Industrie in Japan

1996 waren in Japan 3350 Datenbanken verfügbar, 2,3mal so viele wie 1986 (1486). Die meisten dieser Datenbanken waren ausländische (2185, 65,2%; hauptsächlich aus den USA), nur 1165 (34,8%) stammten aus Japan; der prozentuale Anteil lag dabei seit 1989 nahezu unverändert bei ungefähr einem Drittel. 1997 sank die Zahl der ausländischen Datenbanken auf 1355, während die Zahl der japanischen auf 1243 anstieg (insgesamt 2598 Datenbanken), dadurch verschob sich das Verhältnis ausländischer (52,2%) zu japanischen (47,8%) Datenbanken, so daß jetzt fast die Hälfte aller in Japan zugänglichen Datenbanken einheimischen Ursprungs ist.

Die Nachfrage nach Informationen über Japan nimmt auch im Ausland zu. Von daher steigt die Zahl der auch außerhalb Japans zugänglichen Datenbanken ständig: Boten japanische Firmen 1996 430 Datenbanken auch im Ausland an (Anteil 38,3%) , waren es 1997 bereits 739. Und 1998 stieg diese Zahl noch einmal auf 833 Datenbanken. Damit sind nun zwei Drittel aller japanischen Datenbanken auch vom Ausland aus zugänglich. Der Großteil dieser Datenbanken liegt auf Japanisch vor (1997: 544 von 739 Datenbanken). 

Zugänglich sind die meisten Datenbanken online (595), die Verbreitung auf CD-ROM spielt in Japan bisher noch eine untergeordnete Rolle. 

Dabei wird das Internet immer wichtiger: Machten 1996 noch 27,8% der Hosts ihre Datenbanken über das Internet zugänglich, waren es 1997 schon 42.3% - mit zunehmender Tendenz. 

Inhaltlich bieten 44% der japanischen Datenbanken allgemeine Informationen (Nachrichten, Zeitungsartikel, Who is Who, Unterhaltung etc.), 35% liefern Wirtschaftinformationen, 15% Informationen zu Naturwissenschaften und Technik. Im Vergleich dazu liegt der Anteil bei importierten Datenbanken mit 37% am höchsten bei Naturwissenschaften und Technik, gefolgt von 36% mit Wirtschaftsinformationen. 

Von allen befragten Firmen nutzen 63% Datenbanken, wobei der Unterschied zwischen kleinen und mittleren Unternehmen (53,4%) und großen Firmen (68,3%) nicht sehr groß ist. Dabei gaben kleine und mittlere Unternehmen 1995 im Durchschnitt US$ 24.300 für die Nutzung von Datenbanken aus, große Unternehmen US$ 425.100. Das Internet wird inzwischen von 85% der Firmen genutzt, doppelt so vielen wie noch ein Jahr zuvor. 

Am meisten abgefragt werden von den japanischen Datenbanken Nachrichten und Zeitungsartikel (68,3%), Unternehmensprofile und -finanzen (66,0%) sowie Informationen über Personen und Organisationen (44,7%). Bei der Nutzung ausländischer Datenbanken liegt der Schwerpunkt auf Patenten (52,5%) und der Kategorie Medizin/ Pharmazie/ Biotechnologie/ Biologie (45,9%). Die am häufigsten genutzten Hosts sind JOIS (Japan Science and Technology Corporation), Nikkei Telekom (Nihon Keizai Shinbun), PATOLIS (Japan Patent Information Organisation), DIALOG und G-Search. Am häufigsten genutzte Datenbanken sind JICST (japanische wissenschaftliche Dokumente), NIKKEI (Zeitungsartikel), PATOLIS (japanische Patente), COSMOS2 (Unternehmensprofile und -finanzen: Teikoku Datenbank) und TSR-BIGS (Unternehmensprofile und -finanzen: Toyko Shoko Research).

Doch nicht nur Firmen nutzen das Angebot kommerzieller Datenbanken. Immerhin haben schon 31,6% der Privatpersonen Erfahrungen mit der Nutzung solcher Datenbanken gemacht. Dabei liegt der Interessenschwerpunkt auf Nachrichten, Zeitungsartikeln sowie Informationen über Firmen.

Database Promotion Center Japan

Das Database Promotion Centergibt jährlich die Marktstudie "Databases in Japan" heraus, und es liefert Informationen über japanische Datenbanken und Hosts. Auf der Website kann man - auf English - nach Datenbanken suchen, die auch außerhalb Japans zugänglich sind. Das Center veranstaltet seit 1989 jährlich in Zusammenarbeit mit der Japan Database Industry Association (DINA) und der Nihon Keizai Shinbun (NIKKEI) die Fachmesse Database Tokyo. Eine umfangreiche Liste der Aussteller dieser Messe findet sich auf der Website des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation und auf der Homepage der Messe selbst.

Japan-Studienstelle des ifo-Instituts

Den einfachsten Zugang zu japanischen Datenbanken in Deutschland bietet die Japan-Studienstelle des ifo-Instituts in München. über das ifo-Institut sind alle wichtigen Hosts mit Informationen zu Japan und Asien zugänglich. Neben Hosts in deutscher und englischer Sprache vor allem auch in Japan produzierte Datenbanken in englischer und japanischer Sprache, so die Datenbanken der japanischen Hosts G-SEARCH, PATOLIS und NACSIS.
Ansprechpartner: Silvia Martsch, Hanns-Günther Hilpert, Junko Bauermeister
Poschingerstr. 5
81679 München
Tel. (089) 9224-1399 Fax: -1462
eMail:
martsch@ifo.de
www.ifo.de

APOLDA (Asien-Pazifik Online Daten)

Der Online-Recherche-Dienst des Ostasiatischen Vereins (OAV), Hamburg, bietet ebenfalls Zugriff auf alle Japan-relevanten Datenbanken der wichtigsten Hosts (Data-Star, DIALOG, Data Resources, WEFA GmbH).
Ansprechpartnerin: Anke-Maria Berg
Ostasiatischer Verein e.V. (OAV)
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Tel.: (040) 357559-0, Fax: -25
www.oav.de


Sprachbarriere?

Die Japaner sind also gut informiert, und sie bieten dem Informationssuchenden auch vielfältige Informationsmöglichkeiten. Umso mehr fällt das Informationsdefizit in bezug auf Japan auf, das hier allerorten zu beobachten ist. Offensichtlich gelangt von den vielen Informationen in Japan (zu) wenig nach außen. 

Allerdings hat der Großteil an Informationen aus Japan eine Eigenschaft, die sie für viele Menschen schwer zugänglich machen: Sie sind in der Landessprache abgefaßt. Zum Vorwurf wird man das den Japanern kaum machen können. Denn zum einen zeigt bereits das oben erwähnte Beispiel der englischen Tageszeitungen in Japan, daß die Japaner vielfältige Anstrengungen unternehmen, Informationen auch Nicht-Japanern zugänglich zu machen; zum anderen sehe man sich einmal an, was zum Beispiel in Deutschland an Informationen - z.B. von Regierungsstellen - in anderen Sprachen als Deutsch veröffentlicht wird; Englisch findet man da schon einmal, aber Publikationen auf Japanisch sind eine absolute Seltenheit. 

Und die Benutzung einer Drittsprache wie Englisch bringt eine Reihe von prinzipiellen Nachteilen mit sich, die nicht vernachlässigt werden dürfen, vor allem da nicht, wo es um präzise Fachinformationen geht. Ob eine Information in der einen oder anderen Sprache vorliegt, ist nicht nur eine Frage der praktischen Zugänglichkeit. Eine übersetzung in eine Fremdsprache geht immer auch mit einer Informationsverschiebung oder einem Informationsverlust einher. Das ist schon bei relativ verwandten Sprachen wie Deutsch und Englisch der Fall, aber umso mehr bei zwei so verschiedenen Sprachen wie Deutsch/ Englisch und Japanisch, wo es so gut wie keine ähnlichkeiten oder Parallelen gibt. 

Das japanische Schriftsystem

Japanisch ist vielleicht die einzige Sprache weltweit, die mit vier Schriftsystemen geschrieben wird: lateinischen Buchstaben, Hiragana und Katakana (den beiden japanischen Silbenschriften, zusammen als Kana bezeichnet) sowie Kanji (chinesischen Schriftzeichen); sie repräsentieren die Bedeutung der Wörter. Dabei können alle vier Schriftsysteme durchaus in einem Satz gleichzeitig vorkommen. 

Hiragana und Katakana repräsentieren jeweils etwa 50 Silben, mit denen Japanisch phonetisch wiedergegeben werden kann. Deshalb lernen Kinder in Japan auch zuerst die Kana. Ein und dasselbe Kanji kann mehrere verschiedene Lesarten haben, ist also phonetisch nicht eindeutig repräsentierbar. Obwohl es mehrere Tausend der traditionellen Kanji gibt, wird offiziell der Gebrauch der 1945 sog. Joyo-Kanji empfohlen, diese werden auch in der Schule gelehrt. Benutzt werden aber oft mehr, z.B. für die Schreibung von Eigennamen, oder weil es von vielen Kanji Varianten gibt. So definiert der aktuelle Japan Industry Standard (JIS) denn auch 6879 Kanji. 

Transkription?

Nun könnte man auf die Idee kommen, Japanisch einfach mit lateinischen Buchstaben zu transkribieren; das würde viele der technischen Probleme (Kodierung, Software etc., s.u.) umgehen. Prinzipiell läßt sich Japanisch zwar mit lateinischen Buchstaben schreiben, aber der Informationsgehalt der Texte leidet darunter so, daß die Recherche extrem erschwert wird. Das Problem liegt darin, daß die Transkription ist eine rein phonetische ist, die Kanji als Träger der Information aber keine phonetischen Zeichen, sondern visuelle sind. So ist schon ein nur mit Kana geschriebener Text, wie er in Kinderbüchern für das erste Lesen vorkommt, nur schwer zu verstehen. 

Homophone

Dies liegt zusätzlich daran, daß das Japanische eine Vielzahl von Homophonen enthält, die bei rein phonetischer Transkription nicht zu unterscheiden sind. Nur die Schreibweise mit den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) ermöglicht eine eindeutige Identifizierung eines Wortes und seiner Bedeutung. (Aus diesem Grund zeichnen Japaner im Gespräch oft die Schriftzeichen mit dem Finger in die Handfläche, um so ihrem Gesprächspartner deutlich zu machen, von welchem Zeichen gerade die Rede ist.) Im Japanischen gibt es über 70 (!) Kanji, die als shou gelesen werden können. 
Die Bedeutungen reichen dabei von "Charakter" und "klein" über "General" und "Preis" bis "Kapitel" Sie sehen also, was durch die Transkription mit lateinischen Buchstaben verlorengeht, bzw. wie sehr sich dadurch die Suche erschwert. Ein solcher Text ist auch nur sehr mühsam zu lesen, da die chinesischen Schriftzeichen - und damit die Bedeutung - aus dem Kontext erschlossen werden müssen. 

Unterschiedliche Transkriptionssysteme

Um die Lage noch weiter zu komplizieren, existieren für die Transkription mit lateinischen Buchstaben mehrere unterschiedliche Transkriptionssysteme. Ein Beispiel mag das verdeutlichen: 

Die Silbe shou setzt sich im Japanischen aus drei Silbenzeichen zusammen: shi+yo+u. Für das shi gibt es mehrere Transkriptionsmöglichkeiten: shi und si; die Kombination der ersten beiden Silben kann als sho oder syo transkribiert werden, und das u dient der Längung des o, es kann auch auf mehrere Arten wiedergegeben werden: [o]u, [o]h, ô. Eine eindeutige Transkription ist also mit lateinischen Buchstaben nicht gegeben. 

Transkription ist also keine Lösung, japanische Informationen leichter zugänglich zu machen. 

Multilinguale Terminologiesuche

Aus dem genannten wird klar, daß das Japanische für multilinguale Datenbanken kaum in betracht kommt. So ist denn auch der Anteil japanischer Dokumente in nicht-japanischen Datenbanken klein (< 4%). Da Titel in Sprachen mit nicht-lateinischen Zeichen oft nicht enthalten sind oder transkribiert werden, sind japanische Dokumente dort nur schwer recherchierbar. 

[Vgl. hierzu den Artikel von Barbara Lutes (1998)] 


Japanisch auf dem PC 

[Das Standardwerk für alles, was mit der elektronischen Informationsverarbeitung von asiatischen Sprachen zu tun hat, ist Ken Lunde: CJKV Information Processing, O´ Reilly (2000)] 

Kodierung

1 Byte (= 8 Bits) reicht nur aus, um 256 verschiedene Zeichen zu codieren,wie z.B. den ASCII-Code. Für asiatische Sprachen mit ihren mehrerenTausend Schriftzeichen ist das zu wenig. Daher wird bei ihnen in der Regelein Zeichen mit 2 Bytes codiert (theoretisch 256x256 = 65536 Zeichen),Japanisch z.B. mit ISO-2022-JP, Shift-JIS (Japan Industry Standards) oderEUC (Extended Unix Code) Code. Eigentlich werden von jedem Byte alle 8Bits zur Kodierung gebraucht. Zum Problem wird dies z.B. bei japanischeneMails, da diese oft nur 7 Bits zur Kodierung verwenden. Ohne spezielleSoftware wird dadurch oft der schönste japanische Text zu wirren Zeichenkombinationenverstümmelt.

Bislang bestehen mehrere verschiedene und nicht kompatible Kodierungssystemenebeneinander, sowohl innerhalb Japans, als auch im Vergleich zu anderenasiatischen Ländern. Das führt dazu, daß ein und dasselbe(chinesische) Schriftzeichen im Computer auf ganz unterschiedliche Weiserepräsentiert wird. Mit der Einführung von Unicode () ist hiereine Vereinheitlichung und somit Vereinfachung angestrebt. Zusätzlichmuß der Computer gleichzeitig mit allen vier im Japanischen verwendetenSchriftsystemen zurechtkommen (s.o.).

Eingabesysteme

Wie bringt man dem Computer bei, welches der vielen Tausend Zeichen erdarstellen soll, wenn die Tastatur nur 102 Tasten hat? Die Lösungist einfach:

Wie wir gesehen haben, läßt sich Japanisch phonetisch mitlateinischen Buchstaben transkribieren. D.h. der Text wird in den Computereingegeben, wie er gesprochen wird (mit lateinischen Buchstaben einer normalenTastatur), der Computer wandelt ihn sofort in die Silbenschrift Hiraganaum und versucht dann, ihn in die passenden Kanji umzuwandeln. Gibt es mehrals ein passendes Kanji für diese Lesart - was wegen der vielen Homophone wahrscheinlich ist, wie wir gesehen haben - öffnet sich auf Tastendruck ein Menü, aus dem man das richtige Zeichen auswählt. Gibt man gleichzeitig mehrere Zeichen ein, erhöht sich die Trefferwahrscheinlichkeit,da bestimmte Zeichenkombinationen nicht so häufig vorkommen wie Einzelzeichen.

Japanisch für Internet & eMail

Nachdem nun so viel theoretisch davon die Rede war, daß man ohneJapanisch nicht an japanische Informationen herankommt, sollen nun einigepraktische tipps folgen, wie man dies in die Tat umsetzen kann.

Die gute Nachricht zuerst: Auch ohne spezielle Software könnenSie japanische Websites lesen: Das Portal Shodouka wandelt japanische Webseiten in Grafik um, so daß sie auf jedem PC zu lesen sind. Nachteilig ist nur die mit dem Laden von Grafiken verbundene niedrige Geschwindigkeit.

In der Regel empfiehlt es sich aber doch, Ihrem Computer wenigstens ein Mindestmaß an Japanisch beizubringen. Um japanische Web-Seiten lesen zu können, brauchen Sie japanische Fonts für Ihren Browser. Entweder Sie installieren ein japanisches Betriebssystem, oder Sie ergänzen Ihre deutsche Software um japanische Fonts. Die einfachste - und billigste - Lösung ist die Erweiterung des MS Internet Explorers 4.x um das "Japanese Language Pack" zu finden auf Microsofts Internet Explorer 4.x Add-ons page. Einmal installiert, funktionieren die Fonts auch mit dem Netscape Navigator.

Wenn Sie Japanische nicht nur lesen, sondern auch schreiben wollen (z.B. für japanische eMails oder die Benutzung japanischer Suchmaschinen), können Sie sich ebenfalls als Add-on für den MSIE 4.0 Microsoft Global IME 5.0herunterladen und installieren.

Hinweise hierzu und weitere aktuelle Informationen zu Japanisch auf westlichen Computern und Deutsch auf japanischen Computern finden Sie z.B. auf der Homepage von Michael Mandelartz.

Auch auf den Webseiten der japanologischen Fachbereiche finden sich oft Informationen über Japanisch auf westlichen PCs (s.u.). Oder Sie schlagen einfach in der Hilfe-Funktion des Netscape Navigators unter "International Users" nach.

Spezielle kommerzielle Software, um Japanisch auch auf deutschen PCs lesen und schreiben zu können, bieten u.a.. folgende Firmen:


Japan-Informationen im Internet

Brauchbare Informationen über Japan zu finden, ist heute leichter als früher. Vor allem das Internet bietet Zugriffsmöglichkeiten auf Informationen weltweit. Gerade das Internet macht aber auch das Dilemma unserer heutigen Informationsgesellschaft deutlich: Der quantitative Schritt von wenig Information zu einer wahren Informationsflut ist leicht getan, ohne daß damit gleichzeitig auch eine qualitative Verbesserung unseres Informationsstandes verbunden wäre. (Jeder, der z.B. das Stichwort "Japan" einmal in eine der gängigen Suchmaschinen eingeben hat, wird das verstehen.)

Das Informationsangebot zu Japan im Internet ist groß, einiges an Informationen findet man auf Deutsch, vieles auf Englisch. Wenn es darum geht, sich aktuell und umfassend zu informieren, kommt man um die Nutzung japanischer Quellen nicht herum. So findet man auf vielen japanischen Websites zwar auch englische Seiten, diese enthalten aber oft nur Zusammenfassungen von japanischen Dokumenten oder werden nicht so oft aktualisiert wie die japanischen Seiten. Für eine Erstinformation reichen die deutschen und englischen Seite aber auf jeden Fall aus.

Internet-Adressen zum Starten

Wie gesagt, Japanisch zu können, ist für Sie und Ihren Computer zwar eine feine Sache, aber kein unbedingtes Muß, um sich im Internet über Japan zu informieren!

  • Eine wahre Fundgrube für alles, was mit Japan zu tun hat, ist die Homepage von Jim Breen.
  • TN's Japan Related Web Linksist etwas veraltet aber sehr umfangreich (über 2000 Links) und übersichtlich.
  • Japonet, das Japan-Netz der Japanologen der FU Berlin, bietet eine Vielzahl von Informationen zu Japan, u.a. Adressen, Links und eine Mailing-Liste. Außerdem wird dort die deutsche Ausgabe der Asahi Shinbun herausgegeben:ASAHI SHIMBUN Dahlemer Ausgabe. Und zusammen mit der Internet-Akademie geben sie die Business-Links zu verschiedenen Ländern des asiatisch-pazifischen Raums heraus.
  • Die deutsche Botschaft in Tokyo bietet auf ihrer Website täglich auf Deutsch übersetzte Auszüge aus japanischen Tageszeitungen.
  • Die Websites der japanologischen Fachbereiche der Universitäten bieten viele aktuelle Informationen und sind gute Startpunkte für die weitere Suche. Eine komplette Liste (mit Links) findet sich der Seite der Japanologen in Hamburg. Ebenfalls viele Links bietet dieUni Trier; und auch an der Uni Duisburg werden laufend interessante Internet-Adressen gesammelt.

Weitere Adressen:

Mailing-Listen

Japanbezogene Mailinglisten findet man über die Suchmaschinen Lisztoder CataList. Ein Bsp. ist dieJapan-Liste der FU Berlin.

Newsgroups

Aktuelle Newsgroups zu Japan findet man am besten über die Suchmaschine Dejanews. Beispiele für Newgroups mit japanbezogenen Themen:
alt.japanese.text
soc.culture.japan
sci.lang.japan
fj.life.in-japan
fj.rec.travel.japan
alt.food.sushi
japan.test comp.
research.japan

News-Server

öffentliche News-Server findet man am leichtesten über dieNews-Server-Suchmaschine von Michael Voigt, Leipzig. Einige öffentliche News-Server mit Newsgroups zu Japan gibt es an den Universitäten:
news.uni-hamburg.de
rznews.rrze.uni-erlangen.de
lisa.rz.hu-berlin.de
news.cs.tu-berlin.de
ews.CoLi.Uni-SB.DE
sun579.rz.ruhr-uni-bochum.de
kohl.informatik.uni-bremen.de

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Weitere Informationsquellen zu Japan

Institutionen

Japan External Trading Organisation (JETRO)
JETRO Berlin
Friedrichstr. 70
10117 Berlin
Tel.: (030) 2094556-0, Fax: -1
www.jetro.go.jp

Die Japanische Außenhandelszentrale bietet eine Vielzahl von Wirtschaftsinformationen über den japanischen Markt. Die JETRO unterhält Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München.

Bundesstelle für Außenhandelsinformation (bfai)
Agrippastr. 87-93
50676 Köln
Tel.: (0221) 2057-0, Fax: -212
eMail:
bfai@geod.geonet.de
Internet:
www.bfai.com

Die bfai bietet Schriften und Periodika zu Fragen der Außenwirtschaft an. Vieles ist auch online zu recherchieren. Sie hat auch ein Verzeichnis mit "Internet-Adressen für die Außenwirtschaft" (1998) herausgegeben.

Japan-Initiative des BDI
Gustav Heinemann-Ufer 84-88
50968 Köln
Tel.: (0221) 3708-499, Fax: -417

Die Japan-Initiative des BDI hat einen "Internet-Guide Japan. Hilfen zum Markteinstieg in Japan" (1998) herausgegeben, der eine Vielzahl von Internet-Adressen zu Wirtschaft, Kultur und Geschichte Japans auflistet.

Ostasiatische Gesellschaft (OAG), Tokyo
Deutsches Institut für Japanstudien(DIJ) , Tokyo
GMD Tokyo

Literatur

Verzeichnisse

JDZB - Adreßbuch der deutsch-japanischen Zusammenarbeit
Das Online-Adreßbuch listet ca. 700 Institutionen auf, die im Bereich der deutsch-japanischen Zusammenarbeit aktiv sind (Stand: Januar 2000). Es ist zweisprachig - Deutsch und Japanisch - angelegt.
Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin
Saargemünder Str. 2
14195 Berlin
Tel.: (030) 839 07-0 Fax: (030) 839 07-220
eMail:
jdzb@jdzb.de
Internet:
www.jdzb.de

OAV-Verzeichnis
über die Web-Seite des OAV ist ein umfangreiches Verzeichnis von Institutionen, Informationsquellen und Adressen zum gesamten asiatisch-pazifischen Raum zugänglich.
Ostasiatischer Verein e.V. (OAV)
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Tel.: (040) 357559-0, Fax: -25
Internet:
www.oav.de

JOHOGEN
Das EU-Japan-Center hat ein umfangreiches Verzeichnis von Informationsquellen zu Japan herausgebracht, es ist zwar etwas veraltet, aber wegen seiner Ausführlichkeit und übersichtlichen Struktur immer noch zu empfehlen. Sie können sich eine gedruckte Ausgabe bestellen oder die
Online-Version recherchieren.
EU-Japan Centre for Industrial Cooperation
Rue Marie de Bourgogne 52
B-1000, Brussels
Tel: 32-2-282.00.40 Fax: 32-2-282.00.45
eMail:
office@eujapan.com
Internet:
www.eujapan.com

Zeitschriften/ Periodika

Japan Analysen Prognosen
(10x jährlich, DM 200,-)
ifo Institut - Japan Studienstelle
Poschingerstr. 5
81679 München
Tel. (089) 9224-1399 Fax: -1462
eMail:
martsch@ifo.de

Japan aktuell
(6x jährlich, DM 120,-)
Institut für Asienkunde (IFA)
Rothenbaumchaussee 32
20148 Hamburg
Tel. (040) 443001-03 Fax: (040) 4107945
eMail:
ifahh@uni-hamburg.de

Japan-Info

(17x jährlich, DM 448,-)
Japaninfo Verlag
Bismarckring 40
89077 Ulm
Tel.: (0731) 6809-3, Fax: -5

DJW-News
(4x jährlich, kostenlos)
Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis (DJW)
Herzogstr. 15
40217 Düsseldorf
Tel.: (0211) 826-4160, Fax: -6139

Japan-Journal
(6x jährlich, DM 43,50)
Unternehmens-Presse-Verlag Eckl GmbH
Karlstr. 69
50181 Bedburg (02272) 9120-0, Fax: -20
eMail:
japanjourn@aol.com

Japan-Magazin
(monatlich, DM 72,-)
Verlag Dieter Born
Karl-Legien-Str. 156
53117 Bonn Tel.: (0228) 55925-0, Fax: -55


 

weitere Literatur

Anke-Maria Berg
"Möglichkeiten und Grenzen der Informationserschließung via Online-Datenbanken für den asiatisch-pazifischen Raum",Tagungsband zur 14. Online-Tagung der DGD (1992), S. 283-300
Ken Lunde
CJKV Information Processing,O´Reilly (2000)
Barbara Lutes
"Online-Datenbanken als übersetzungshilfe? Multilinguale Terminologiesuche in bibliographischen Datenbanken", nfd 49 (1998), S. 11-24
Birgitt Madlung/ Joachim Thuss
"Informationsquellen zum asiatischen Informationsmarkt für Verlage", nfd 49 (1998), S. 235-236
Silvia Martsch
"Informationsgesellschaft Japan und ihre Bedeutung für ein erfolgreiches Japan-Geschäft deutscher Unternehmen", ifo-Schnelldienst 29/93 (1993), S. 15-28
Ulrich Wattenberg
"10 Jahre Verbindungsbüro für Fachinformation in Tokio", nfd 48 (1997) S. 309-312
ders.
"Information und Dokumentation - ein Blick von außen", nfd 49 (1998), S. 335-337

 

 

 

 

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